Schleswig-Holstein muss mehr in die frühkindliche Bildung investieren!
"Es ist skandalös, dass Schleswig-Holstein Schlusslicht bei den Ausgaben für Kitas ist." Diese Feststellung trifft der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann nach den jüngsten bundesweiten Vergleichen zur öffentlichen Förderung der frühkindlichen Bildung. Während Berlin durchschnittlich 4.158 Euro für jedes Kind unter sechs Jahren investiert, sind es in Schleswig-Holstein laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung nur 1.952 Euro pro Kind.
Rossmann findet die Unterfinanzierung der Kitas besonders fatal: „Durch gute frühkindliche Bildung kann insbesondere bei benachteiligten Kindern das Steuer umgerissen und ein schlechter Schulstart mit fatalen Folgekosten vermieden werden. Jeder investierte Cent nutzt hier der Persönlichkeitsentwicklung und den Bildungschancen der Kinder.“
Um so problematischer findet Rossmann die Absicht der schwarz-gelben Landesregierung, die Gebührenfreiheit beim dritten Kindergartenjahr von August an abzuschaffen. Die ersten Eltern melden ihre Kinder deswegen schon ab, hat eine Schnellumfrage bei 600 evangelischen Kitas in Schleswig-Holstein ergeben. Rossmann: „Die Landesregierung verkauft uns für dumm! Sie verkündet, dass die frühkindliche Bildung als politischer Schwerpunkt gestärkt werden soll und gleichzeitig führt sie die Elternbeiträge für das dritte Kita-Jahr wieder ein. Somit schließt sie die Kinder, die es am nötigsten haben, von der frühkindlichen Bildung aus. Erst ein halbherziger Schritt nach vorne und dann kräftige Schritte zurück! Das hat bei Schwarz-Gelb System!“
Bildungsexperte Rossmann findet den Ausbau der Kinderbetreuung auch aus anderen Gründen notwendig. Die Nachfrage bei den Eltern steigt kontinuierlich und in Zukunft bräuchte man angesichts des demografisch bedingten Fachkräftemangels jede verfügbare Arbeitskraft, um unsere hohe Produktivität zu erhalten. „Dass beide Eltern gut ausgebildet sind und arbeiten müssen, das wird in Zukunft die Regel werden, sonst bricht unser Wirtschaftssystem zusammen“, meint Rossmann. Der Abgeordnete findet es deshalb töricht, dass Schwarz-Gelb im Bund durch ihre Steuergeschenke an Hoteliers, Unternehmen und reiche Erben Ende letzten Jahres den Kommunen jährliche Einnahmeausfälle von 1,6 Mrd. Euro beschert und sie somit in die Handlungsunfähigkeit getrieben haben. Rossmann: „Das muss auch deshalb rückgängig gemacht werden, damit der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab 2013 verwirklicht werden kann.“
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert außerdem eine Fachkräfte-Offensive für mehr Erzieher/-innen mit besseren Arbeitsbedingungen und einer Aufwertung des Berufsbildes durch bessere Bezahlung. Rossmann: „40.000 Erzieher/-innen werden bis 2013 fehlen, wenn wir nichts dagegen tun.“



