Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB


Sprungmarken

Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB

24. August 2007

Fachkräfte-Zuwanderung muss mit Qualifizierungsoffensive flankiert werden

Zu den Ergebnissen der Klausur des Bundeskabinetts hinsichtlich der Erleichterung der Zuwanderung von Fachkräften erklären der zuständige Berichterstatter, Ernst-Dieter Rossmann, und der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss:

Die Arbeitsgruppe für Bildung und Forschung begrüßt die Absicht des Kabinetts die Zuwanderung von hochqualifizierten Fachkräften zu erleichtern. Diese Maßnamen allein sind allerdings nicht ausreichend, um den bereits spürbaren Fachkräftemangel umfassend und nachhaltig entgegen zu wirken. Deutschland braucht eine zusammenhängende Qualifizierungsoffensive, in deren Mittelpunkt neben den vorgesehenen Erleichterungen auch die Hebung der nach wie vor brach liegenden Qualifizierungspotenziale unserer Bevölkerung steht. Dazu ist es dringend notwendig, die Chancengleichheit zu sichern und auf den systematischen Ausbau der Fort- und Weiterbildung zu setzten. Die Große Koalition ist auch mit dem Versprechen angetreten, die Weiterbildung zur vierten Säule unseres Bildungssystems weiter zu entwickeln. Hier stehen wichtige Weichenstellungen - Stichwort Weiterbildungsfinanzierung, Erwachsenenfortbildungsgesetz - noch aus.

Auch wenn nicht vergessen werden sollte, dass die Wirtschaft auf dem Gebiet der Ausbildung des Fachkräftenachwuchses bisher klar versagt hat, kann es sich Deutschland auch volkswirtschaftlich nicht leisten, hier weiter untätig zu bleiben. Im Lichte des zunehmenden internationalen Wettbewerbs um die besten Köpfe muss auch Deutschland seine Chancen nutzen, um seine Interessen als innovative, leistungsfähige und exportorientierte Volkswirtschaft zu wahren. Hier ist es daher sinnvoll, unter Berücksichtigung des deutschen Arbeitsmarktes und Lohnniveaus die Hürden für eine geregelte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte zu senken. Ein richtiger Schritt sind hierbei die Erleichterungen in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik für Ingenieure aus den neuen Mitgliedsländern der EU. Ebenso ist es richtig, die günstigen Integrationsvoraussetzungen ausländischer Absolventen deutscher Hochschulen zu nutzen und dieser Gruppe den Verbleib und eine Arbeitsaufnahme in Deutschland zu erleichtern. Damit wird eine alte Forderung der SPD noch aus der Debatte zum rot-grünen Zuwanderungsgesetz nun umgesetzt.

Der drohende Fachkräftemangel ist in jedem Fall mit unverbundenen Einzelmaßnahmen allein nicht abzuwenden. Gerade zur Sicherung der Nachhaltigkeit unseres Fachkräftenachwuchses müssen wir die soziale Selektivität unseres Bildungssystems abbauen. Nach wie vor ist sie der Grund dafür, dass wir dringend benötigte Talente und Fähigkeiten verspielen und jungen Menschen - zumal denen mit Migrationshintergrund - Lebenschancen verwehren. Zudem sind gerade im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert, auch hier geht dies auch eindeutig zu Lasten unseres Fachkräfteangebots. Entscheidend wird es aber sein, ob es uns gelingt, in einer zukunftweisenden Weiterbildungsinitiative die Qualifikationen und Fähigkeiten der Menschen über die gesamten Erwerbsbiographien kontinuierlich zu erhalten, weiterzuentwickeln und auszubauen. Die SPD-Bundestagsfraktion ist hier der Überzeugung, dass ein Erwachsenenfortbildungsförderungsgesetz mit entsprechenden Finanzierungsinstrumenten einen wesentlichen Beitrag leisten kann.

Lebensbegleitendes Lernen ist kein Luxus, sondern eine schlichte Notwendigkeit in einer wissensbasierten und innovationsgetriebenen Wirtschaft und Gesellschaft. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert hier nach wie vor einen Weiterbildungspakt, um der strategischen Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens endlich die ihr zukommende Aufmerksamkeit zu geben.

Erst alle Bausteine zusammen, Bildungsoffensive, mehr Chancengleichheit für alle in der Bildung, systematische Weiterbildung und geregelte Zuwanderung, eröffnen eine Lösungsperspektive, um dem Mangel an Hochqualifizierten und Fachkräften in Deutschland entgegenzuwirken - alles andere ist einseitig wie kurzsichtig und dient langfristig weder den betroffenen Menschen noch dem Standort Deutschland. 


Dateien

Bürgersprechstunde


Alle zwei bis drei Monate biete ich eine Bürgersprechstunde an. Bürger meines Wahlkreises können sich einen Termin geben lassen und mich mit ihrem persönlichen Anliegen aufsuchen.
weiterlesen ->

Fotos




URL dieser Seite: http://www.ernst-dieter-rossmann.de/mdb.php/aid/12/cat/25/start/40


Sprungmarken