Rossmann: Integrationskurse ausbauen!
Migrationsforum diskutierte Chancen der Zuwanderung
Eine Bildungsoffensive ist nach Auffassung der Teilnehmer des 2. Pinneberger Migrationsforums nötig, um die Integration der nach Deutschland eingewanderten Menschen deutlich voranzubringen.
„Insbesondere eine Aufstockung und Verbesserung der Integrationskurse ist unerlässlich“, betonte der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann, der das Treffen von Einwandererorganisationen, Beratungsstellen, Kirchen und Kommunalpolitikern organisiert hatte. „Die bundesweite Überprüfung der bisher durchgeführten Maßnahmen hat ergeben, dass die Erhöhung der Stundenzahl von 600 auf 900 dringend geboten ist. Das deckt sich mit den Erfahrungen hier im Kreis.“ Der Politiker plädierte außerdem für die Ausweitung spezieller Angebote für Frauen und Jugendliche sowie eine Verbesserung der Honorare für die bisher unterbezahlten Lehrkräfte.
Unterstützung für diese Anliegen erhielt Rossmann unter anderem von der ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, die auf der Veranstaltung zum Thema „Migration als Chance“ referierte. „Sprache und Bildung sind die Seele der Integration“, betonte die Politikerin, die auch Vorstandsvorsitzende der „Aktion Gemeinsinn“ ist. Deshalb sei es unerlässlich, die Erfolgsquote der Integrationskurse zu steigern. „Darüber hinaus müssen wir auch im Blick haben, dass der Anteil der jugendlichen Migranten, die einen Schul- oder Ausbildungsabschluss machen viel zu gering ist. Wir dürfen dieses wichtige Potenzial für unsere Gesellschaft nicht verschenken“, mahnte Sonntag-Wolgast.
Als zweiter Referent verwies der Landesvorsitzende der türkischen Gemeinde, Dr. Cebel Küçükkaraca, auf das erfolgreiche Ausbildungsprojekt seiner Organisation für junge Migranten hin. Derzeit entsteht unter anderem ein Netzwerk von Migrantenbetrieben mit dem Ziel, mehr Unternehmen von Einwanderern in die Lage zu versetzen auszubilden und Lehrstellen zu schaffen. An die Schulen appelierte Küçükkaraca, Einwandererkinder stärker zu unterstützen und auch die Eltern besser einzubeziehen. „Die interkulturelle Kompetenz vieler Lehrer und der meisten Behörden in Schleswig-Holstein ist mangelhaft“, meinte der TGS-H-Landesvorsitzende.
Engagiert diskutierten die Teilnehmer über mögliche bundes-, landes- und kommunalpolitische Initiativen in der Integrationspolitik. So konnten sich die Diskutanten etwa vorstellen nach dem Vorbild der Seniorenbeiräte auch Einwanderervertretungen einzurichten, die mit Aktionen und Serviceangeboten im Interesse der Migranten aktiv werden könnten.
Am 12. Juli soll im Bundeskanzleramt der zweite Integrationsgipfel stattfinden, auf dem der Nationale Integrationsplan vorgestellt wird. Danach wollen die Teilnehmer des Migrationsforums noch einmal zusammenkommen.

BU: Setzen sich für den verbesserte Integrationskurse ein: Dr. Ernst Dieter Rossmann, Dr. Cebel Küçükkaraca und Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast.






