Überholverbot für Brummis: Rossmann sieht Austermann in der Pflicht
"Regional handeln und nicht nur auf Bundesregelung warten!"
„Ich könnte mir ein generelles Überholverbot für LKWs auf zweispurigen Autobahnen prinzipiell durchaus vorstellen. Ich bin aber vor allem sehr dafür, das Pferd von der richtigen Seite aufzuzäumen.“ Mit diesen Worten hat jetzt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann auf einen entsprechenden Vorschlag seines CDU-Kollegen Dr. Ole Schröder reagiert.
Es reiche nicht aus, sich den Bundesratsvorschlag Baden-Württembergs zu Eigen zu machen, so wie es Schröder getan habe. Rossmann: „Wir haben zwei Autobahnstrecken, die durch den Kreis führen. Da sollten wir doch zunächst einmal die für unsere Region Verantwortlichen in die Pflicht nehmen und sehen, was hier konkret schon getan werden kann!“
Bereits im Januar hat der Abgeordnete deshalb den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Austermann angeschrieben und mittlerweile auch Antwort erhalten. „Der Minister scheint die Verkehrssituation auf den Autobahnen im Kreis Pinneberg allerdings nicht so problematisch zusehen“, wundert sich Rossmann. Insbesondere für die A 23 sieht Austermann offenbar wegen eines gegenüber der A 7 geringeren LKW-Anteils kein Problem durch überholende LKW und folglich auch keinen Handlungsdruck. Wörtlich heißt es in seinem Schreiben: „Vor diesem Hintergrund wäre die Anordnung eines LKWÜberholverbots nicht geeignet, zu einer nennenswerten Änderung der Verkehrssituation auf der A 23 beizutragen.“
Rossmann hofft jetzt, dass auch sein CDU-Kollege Dr. Ole Schröder Druck auf seinen Parteifreund Austermann macht. „Jeder regelmäßige Nutzer der A 23 kennt die ärgerlichen und oft genug auch gefährlichen BrummiÜberholmanöver aus eigener Betroffenheit. Austermann ist hier unabhängig von einer möglicher Weise in Aussicht stehenden bundesweiten Regelung in der Verantwortung!“, betont der Politiker.
Seit November vergangenen Jahres widmet sich auch eine Arbeitsgruppe der Verkehrsministerkonferenz diesem Thema. Rossmann: „Die Sache ist also in Arbeit. Wenn Austermann aber sagt, er wolle deren Ergebnisse abwarten, bevor er vor Ort tätig wird, ist das meiner Meinung nach einfach zu wenig. Es ist vielmehr an der Zeit für eine regionale Initiative, um die Lücken im Kreis Pinneberg und in Schleswig-Holstein zu schließen.“
In diesem Zusammenhang sprach sich der SPD-Politiker auch gegen eine Zulassung von 60-Tonnern für deutsche Straßen aus, wie er jetzt erneut von Wirtschaftsverbänden gefordert worden ist. „Diese Riesen-Trucks schädigen die Straßen bekannter Maßen noch erheblich stärker als herkömmliche LKW und stellen auch keineswegs die versprochene goldene Lösung für den wachsenden Güterverkehr dar“, erklärt Rossmann. „Der Einsatz von 60-Tonnern würde mehr Probleme schaffen als lösen. Ich bin strikt gegen die Freigabe!“






