Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB


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Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB

28. November 2007

Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU zeigt: Gemeinsames Lernen führt zu besseren Ergebnissen als Selektion

Geimeinsschaftsschule besser als dreigliedriges Schulsystem

(Berlin) Die Ergebnisse der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU 2006 haben den deutschen Grundschulen ein insgesamt sehr positives Zeugnis ausgestellt. Der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion: „Dies ist ein erfreuliches Indiz dafür, dass die für Schulpolitik in erster Linie verantwortlichen Länder aus früheren Studien richtige Konsequenzen gezogen haben. Zugleich macht die aktuelle Erhebung aber einmal mehr deutlich, dass die Abhängigkeit der Kompetenzentwicklung von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler und damit die mangelnde Chancengleichheit in der Bildung zentrale Herausforderungen der Bildungspolitik bleiben.“

Es ist erfreulich, dass sich die Grundschule in den letzten Jahren laufend verbessert hat. Von Bundesseite sind die Länder dabei in den letzten Jahren im Rahmen der verfassungsrechtlichen Möglichkeiten unterstützt worden. So hat die SPD-geführte Bundesregierung in der letzten Legislaturperiode mit dem Investitionsprogramm “Zukunft Bildung und Betreuung” das größte Schulbauprogramm in der Geschichte der Bundesrepu-blik gestartet. Noch bis 2009 leisten wir damit einen wichtigen Beitrag für eine bessere Förderung von Schülerinnen und Schülern. Rund 6.400 Ganztagsschulen haben bislang von den Bundesmitteln in Höhe von ins-gesamt 4 Milliarden Euro profitiert. Über die Hälfte der geförderten Ganztagsschulen sind Grundschulen.

Trotz der erkennbar positiven Entwicklungen zeigt die Studie aber insbesondere, dass der enge Zusammen-hang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und ihren Bildungschancen nach wie vor ungebrochen ist. Noch immer werden Bildungsbiografien und damit Lebensperspektiven in Deutschland “sozial vererbt”.

Rossmann: „Das bedeutet vor allen Dingen, dass Deutschland noch immer enormen Nachholbedarf bei der frühen individuellen Förderung von Kindern hat, um die herkunftsspezifische Verteilung von Bildungschancen in unserem Land zu durchbrechen. Erforderlich ist deshalb ein weiterer Ausbau von Ganztagsschulen und ebenfalls der Ausbau vorschulischer Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.

Dass unsere Grundschulen einen Platz in der Spitzen-gruppe errungen haben, zeigt für den SPD-Bildungspolitiker weiter auf, dass gemeinsames Lernen in Verschiedenheit nicht gegen ein hohes Leistungsniveau sprechen muss. Rossmann: „Ganz im Gegenteil: Die Grundschule von heute ist eine echte Gemeinschaftsschule, die offensichtlich im Systemvergleich hervorragende Ergebnisse erbringt. Hieran müssen wir in der Schulreform anknüpfen. Längeres gemeinsames Lernen hilft Leistungsstarken wie Leistungsschwäche-ren.“ Der „Verteilungsschock“ im dreigliedrigen Schul-system führe dagegen zu deutlich schlechteren Ergeb-nissen bei den 15-jährigen, wie die PISA-Studie leider belegt hat.



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