Mit mehr Ausbildungsplätzen jetzt für die Zukunft vorsorgen
Altbewerberberg abbauen
Mit mehr Ausbildungsplätzen in der Gegenwart für die Fachkräfte in der betrieblichen Zukunft sorgen- dies war das Hauptargument, mit dem sich kürzlich der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann und der IHK-Geschäftsführer Ulrich Grobe in die aktuelle IHK-Initiative für Ausbildung im Rahmen der Lehrstellenoffensive 2007 der IHK zu Kiel eingeschaltet haben. Dabei werden gemeinsame Akquisitionsgespräche bei Ausbildungsbetrieben geführt, um nicht nur mehr Ausbildungsplätze zu gewinnen, sondern auch die Hauptprobleme von Personalentwicklung und mittel- und langfristiger Ausbildungsplanung zu erörtern. Rossmann und Grobe, die hierzu den Ausbildungsbetrieb Gesellschaft für Abfallwirtschaft- und Abfallbehandlung mbH GAB in Tornesch-Ahrenlohe besuchten, stellten hierbei besonders heraus, dass die Veränderung im Altersaufbau einer Belegschaft auch über den Aufbau von ent sprechenden Ausbildungskapazitäten untermauert werden muss. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen und wachsender Übergänge in die Rente sei auch mittelfristig die Konkurrenz um Fachkräfte vorprogrammiert. Rossmann: „ Der bequeme Weg, hier ausländische Fachkräfte für Deutschland abzuschöpfen, wird nicht funktionieren. Die Unternehmen müssen sich vielmehr schon jetzt um mehr Ausbildungsplätze kümmern und vor allen Dingen auf die gewachsene Zahl der Altbewerber zugehen.“
Diese Zahl von Altbewerbern ist auch im Kreis Pinneberg im Jahr 2007 bei der Bundesagentur für Arbeit einmal mehr deutlich angestiegen. Mit über 2000 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern auf Ausildungsplätze ist gegenüber dem Vorjahresmonat 2006 ein Zuwachs von 16 Prozent zu verzeichnen gewesen. Die gemeldeten Ausbildungsstellen standen dem gegenüber nur mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent zu Buche. Rossmann: „Wir können uns freuen, dass es gerade auch in Schleswig-Holstein Zuwächse an Ausbildungsstellen gibt. Aber das wird angesichts der zahlreichen Altbewerberinnen und Altbewerber nicht reichen.“ So soll es nach den Plänen der Arbeitsagentur auch einen deutlichen Zuwachs an außerbetrieblicher Ausbildung geben, nämlich von rund 90 auf 200 Plätze. Außerdem wird es auch eine Erhöhung der Zahl der Plätze bei der Einstiegsqualifizierung geben, die im Jahr 2007 auf 300 anwachsen soll.
Rossmann: „Zusätzliche Impulse versprechen wir uns auch von der besseren Förderung über Bedarf und Durchschnitt ausbildender Betriebe, die jetzt von den Koalitionsfraktionen ins Parlament eingebracht worden ist. Wenn überhaupt nur ein Viertel aller Betriebe ausbildet und auch nur 50 Prozent aller ausbildungsfähigen Betriebe, dann muss es Unterstützung für die Betriebe geben, die sich besonders anstrengen.“ In der Diskussion ist hier ein Rabatt auf den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für diejenigen Unternehmen die über Bedarf ausbilden. Rossmann: „Diejenigen, die überdurchschnittlich ausbilden, sollen davon einen Vorteil haben im Vergleich zu denjenigen, die das ganze System hinterher ausbeuten. Die Trittbrettfahrer sind das eigentliche Problem in der Ausbildungsmisere. Wer andere ausbilden lässt, um diese dann hinterher ohne eigene Anstrengung abzuschöpfen, verhält sich nicht nur kurzsichtig, sondern auch unsolidarisch.“






