A7-Lärm: Rossmann nimmt Austermann in die Pflicht
SPD-Abgeordneter fordert Gesamtkonzept für den Hamburger Rand
Nach dem Ausbau der A 7 auf sechs Spuren wird auf dem Abschnitt zwischen Quickborn und der Hamburger Landesgrenze für ein dauerhaftes Tempolimit keine rechtliche Grundlage mehr bestehen. Das hat Landesverkehrsminister Austermann dem Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann mitgeteilt.Der Minister bestätigt damit Befürchtungen der Hasloher Kommunalpolitiker und Bürgermeister Brummunds, dass die anstehende Erweiterung der Autobahn auch wegen erhöhter Geschwindigkeiten mit zusätzlicher Lärmbelastung für die Anliegergemeinden verbunden sein könnte.
Für Rossmann, der sich nach einem Besuch in Hasloh bei Minister Austermann dafür eingesetzt hatte, schon bei der Planung auch einen Lärmschutz auf hohem Niveau für die Anwohner zu berücksichtigen, ist das Schreiben des Verkehrsministers insgesamt nicht befriedigend.
„Minister Austermann verweist lediglich auf die üblichen Verfahrensabläufe bei derartigen Baumaßnahmen, wie etwa die lärmtechnische Untersuchung, auf deren Grundlage standardmäßig über zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen entschieden wird. Er lässt aber in der Sache leider nicht das notwendige Problembewusstsein erkennen“, ärgert sich Rossmann. „Dabei ist ihm auch aus der Auseinandersetzung um die Lärmbelastungen durch den Flughafen Fuhlsbüttel geläufig, dass die Hasloherinnen und Hasloher schon jetzt einen erheblichen Geräuschpegel ertragen müssen. Als zuständiger Minister bleibt er gefordert, sich auch den berechtigten Interessen der A7-Anlieger zu stellen.“
Rossmann erinnert daran, dass Minister Austermann erst kürzlich bei Nachbargemeinden der neuen A 20 im Bereich Horst/Holstein mit dem Versprechen um Akzeptanz geworben hat, auf der für sie relevanten Strecke mit Flüsterasphalt, Wällen oder anderen Maßnahmen für Schallschutz zu sorgen. „Wenn Minister Austermann dort derartige Verbesserungen zusagt, kann er bei der A 7 nicht Stacheldraht in der Tasche haben“, findet Rossmann.
Der SPD-Abgeordnete plädiert für ein integriertes Verkehrskonzept des Landes für den Hamburger Rand, bei dem der Lärmschutz eine wichtige Rolle spielt. Rossmann: „Wir sollten uns im Straßenbau von Flickenteppichlösungen verabschieden und verschiedene Interessengruppen und Betroffene nicht gegeneinander ausspielen. Die Entwicklung der Metropolregion hängt auch davon ab, dass hier bald ein abgestimmtes Gesamtkonzept zum Tragen kommt.“
Für die Region Hasloh-Bönningstedt sieht Rossmann trotz der hinhaltenden Nachrichten aus Kiel Chancen, einen verbesserten Lärmschutz durchzusetzen. „Das Beispiel Rellingen zeigt, dass beharrlicher Einsatz von Betroffenen und Kommunalpolitik und das Einbeziehen von Landes- und Bundespolitikern durchaus positive Ergebnisse zeitigen kann“, betont der Politiker.
In diesem Sinne will sich auch Rossmann weiter für einen Lärmschutz auf hohem Niveau an der A 7 verwenden. „Verkehrsminister Austermann hat auf die grundsätzliche Möglichkeit hingewiesen, über Geschwindigkeitsbeeinflussungsanlagen verkehrsabhängige Tempolimits zu schalten. Diese Einrichtungen sind das absolute Minimum und müssen auf jeden Fall kommen.“






