Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB


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Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB

02. Juli 2008

"Atomkraft ist keine Alternative!"

Rossmann (SPD) widerspricht Driftmann

Der Vorsitzende der Norddeutschen Unternehmensverbände, Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann, sitzt bei seinem Plädoyer für den Ausbau der Atomenergie einem „Selbstbetrug“ auf. Diesen Vorwurf hat jetzt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann erhoben. „Es ist ein Märchen, dass Atomkraft billig ist. Tatsächlich steigen die Kosten für den Rohstoff Uran seit Jahren, kostet die Beseitigung atomarer Anlagen den deutschen Steuerzahler schon heute Milliarden und bleibt die Entsorgung des Atommülls technisch eine ungeklärte Frage und finanziell ein Fass ohne Boden“, erklärt Rossmann.
Der Politiker macht darauf aufmerksam, dass die öffentliche Hand alleine durch den Rückbau der nie in Betrieb genommenen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe schätzungsweise mit 2,17 Milliarden Euro belastet wird. „Nach Daten des Bundesforschungsministeriums kommen dazu noch einmal mindestens drei Milliarden, die der Steuerzahler für den sicheren Rückbau aller Forschungsreaktoren berappen muss“, berichtet Rossmann. „Und in diesen Kosten sind die Aufwendungen für die Endlagerung noch nicht enthalten. Angesichts solcher Zahlen warne ich davor, sich die Atomenergie schönzureden.“
Er könne Driftmanns einseitige Fixierung auf die Atomenergie nicht verstehen. „Hier wird getan, als handele es sich bei der Atomtechnologie um eine Gans, die goldene Eier legt. Dabei wissen wir spätestens seit dem Beinahe-GAU im schwedischen Forsmark, dass nicht nur osteuropäische Meiler brandgefährlich sind, und bekommen durch die aktuellen Vorfälle im niedersächsischen Atommülllager Asse deutlich vor Augen geführt, dass eine Lösung der Frage des Verbleibs von Atommüll nach wie vor aussteht“, verdeutlicht der Abgeordnete.
Mit seiner rückwärts gewandten Forderung nach mehr Atomkraft stelle sich Driftmann bedauerlicherweise einer zukunftsorientierten Energiepolitik im Land entgegen. Rossmann: „Die Energie- und Klimaprobleme von heute sind mit den Konzepten der Vergangenheit nicht zu lösen. Glücklicherweise sind viele Betriebe in Schleswig-Holstein bereits erheblich weiter als der Unternehmer-Präsident. Energiesparmaßnahmen und regenerative Energien sind in Schleswig-Holstein die Existenzbasis Hunderter von Betrieben und sichern Tausende von Arbeitsplätzen.“
So  profitierten Bauhaupt- und Nebengewerbe zunehmend von CO2-reduzierenden Gebäudesanierungsmaßnahmen. Für die Branche der regenerativen Energien werde nach bundesweit 235.000 Beschäftigten im Jahr 2006 für 2020 mit einer Zahl von zwischen 400.00 und 500.000 Stellen gerechnet. In Schleswig-Holstein beschäftige alleine die Windenergiebranche schon heute mehr als 9.000 Menschen. Rossmann: „Diese Wirtschaftszweige hat Driftmann bei seiner Lobbyarbeit leider nicht mit auf der Rechnung, obwohl hier offensichtlich mehr Zukunftspotenzial vorhanden ist als bei Atom- oder Kohlekraft.“
Dem Unternehmensverband schlägt Rossmann vor, seine Mitglieder künftig verstärkt über Möglichkeiten der Energieeinsparung in den Betrieben zu informieren. „Hier könnte Driftmann praktisch etwas tun, statt in gebetsmühlenartiger Weise den Start ins zweite Atomzeitalter einzufordern“, regt der Abgeordnete an.

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