Kooperation in der Behindertenarbeit zahlt sich aus
Rossmann (SPD) erörtert neues Gesetz zur Förderung von Menschen mit Handicap
Das geplante Gesetz zur Einführung unterstützter Beschäftigung für Menschen mit Behinderung ist bei den Verantwortlichen der Lebenshilfe im Kreis Pinneberg und der Nichtsesshaftenhilfe am Schäferhof in Appen auf positive Resonanz gestoßen. „Bildung, Ausbildung und Arbeit für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf müssen möglichst ortsnah, aus einer Hand und nachhaltig angeboten werden können“, so der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann, der sich anlässlich eines Besuchs auf dem Schäferhof Appen von Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Schaumann, dem Geschäftsführer der Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie, Rainer Adomat, und dem Leiter der Werkstätten für Menschen mit Behinderung am Rellinger Eichenkamp, Michael Behrens, über die neuen Entwicklungen in der Behindertenhilfe und das Kooperationskonzept von Lebenshilfe, Schäferhof und Werkstatt für Menschen mit Behinderung informieren ließ.Schaumann und Behrens legten dabei vor allem Wert auf den Aufbau einer ortsnahen Ausbildung für junge Menschen mit Behinderung. Schaumann: „Dadurch haben wir ganz andere Möglichkeiten, in der Kette von schulischer Bildung, Praktika, Berufsbildung und Vermittlung in Arbeit eine erfolgreiche Unterstützung zu geben.“ Behrens sieht gerade in den engen Ortskontakten von Ausbildungsstätten für Behinderte und Betriebskontakten einen großen Gewinn für die Integration in Beschäftigung. „Hier haben wir eine gute Nachfrage nach Beschäftigung für solche Menschen aus den Betrieben heraus und können fast alle vermitteln“, betonte der Werstattleiter.
Auch das Konzept der unterstützten Beschäftigung, zu dem MdB Ernst Dieter Rossmann die Experten eingehend befragte, setze darauf, insbesondere Schulabgänger aus Förderschulen, für die eine berufsvorbereitende Maßnahme oder eine Berufsausbildung wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht in Betracht kommt, gezielt zu unterstützen. Hier soll es eine Maßnahmedauer von bis zu drei Jahren geben, mit Berufsbegleitung, finanzieller Unterstützung und sozialrechtlicher Absicherung.
Besondere Anerkennung zollte der Abgeordnete dem Kooperationsprojekt, das auf dem Schäferhof in Appen zwischen Lebenshilfe, Werkstatt für Menschen mit Behinderung und der Stiftung Hamburger Arbeiterkolonie in den nächsten Jahren aufgebaut werden soll. Rossmann: „Die Kooperation ist in dieser Form sicherlich einmalig. Gleichzeitig liegen hier mit dem großen landwirtschaftlichen Betrieb, den bestens geeigneten Liegenschaften und auch den im Umfeld bereits angesiedelten Betrieben Voraussetzungen vor, die es nicht allzu häufig gibt.“
Gegenwärtig sind rund 20 Menschen mit Behinderung im Bereich des Schäferhofs beruflich integriert, schon bald soll sich diese Zahl verdoppeln. Die Partner gehen davon aus, dass die Kooperation in besonderer Weise geeignet sein wird, über Arbeit Integration und Stärkung der Eigenständigkeit der Betroffenen gleichzeitig zu fördern.
In diesem Zusammenhang richteten die Gesprächspartner den dringenden Wunsch an Rossmann, im Rahmen des Gesetzes zur Einführung unterstützter Beschäftigung für Menschen mit Behinderung auch die Möglichkeit für Organisationen wie die Lebenshilfe oder die Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu regeln, in der Arbeitnehmerüberlassung von Menschen mit Behinderung aktiv zu werden. Gerade die besondere Kenntnis der Bedürfnisse und Möglichkeiten dieser Menschen und die Einschätzung von geeigneten Betrieben eröffne hier ein Handlungsfeld, das vom Gesetzgeber positiv aufgenommen werden sollte. Lebenshilfegeschäftsführer Schaumann: „Diese Kombination können Organisationen wie die Lebenshilfe besonders gut leisten.“






