Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB


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Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB

07. August 2009

Tauchzentrum auf Helgoland wird ausgebaut

Mit derzeit über vierzig zertifizierten wissenschaftlichen „Aquanauten“ und einem ganzjährig betriebenen Tauchzentrum auf Helgoland gehört die Biologische Anstalt Helgoland heute zu den weltweit erfolgreichsten und größten Institutionen, die professionelles wissenschaftliches Tauchen in allen Weltmeeren durchführen. Dieses Tauchzentrum soll jetzt mit über einer Million Euro zusätzlich erweitert und modernisiert werden.
Bei einem Besuch des Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten und Sprechers für Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Ernst Dieter Rossmann, stellte Dr. Philipp Fischer, Privatdozent und Leiter des Forschungszentrums am AWI - Biologische Anstalt Helgoland kürzlich die geplanten Erweiterungsmaßnahmen vor. Der Wissenschaftler machte dabei auch den großen Wandel im wissenschaftlichen Tauchen deutlich. Waren es früher lokal eingeschworene Wissenschaftler, die sich als Taucher zusammenfanden, sind es heute verstärkt hochspezialisierte wissenschaftliche Kräfte, die in international vernetzten Projekten zusammenarbeiten. Mit dem Tauchzentrum ist damit nicht mehr das Erlernen des Tauchens selbst verbunden, sondern die Bereitstellung wissenschaftlicher Dienstleistungen und die Ausbildung speziell für die Besonderheiten der wissenschaftlichen Arbeit unter Wasser.
Dr. Philipp Fischer: „Wissenschaftliches Tauchen findet zu 80% in der Planung statt, die Tauchzeit selber ist auf das zeitlich absolut notwendige reduziert. Bei wissenschaftlichen Tauchern ist jeder Handgriff genauso gezielt eingeplant wie bei Astronauten, die im Weltraum agieren.“ Dazu tragen auch die hohen Kosten für die sichere und aufwändige Begleitung der Tauch-gänge bei. Ein Tag Forschungsbetrieb mit dem Forschungsschiff Friedrich Heincke kostet etwa 30.000 €, wie der Kreis Pinneberger Abgeordnete erfahren konnte.
Ein Ziel der umfangreichen Erweiterungs- und Moderni-sierungsmaßnahmen ist der Ausbau der Kurskapazitäten für den Bereich der wissenschaftlichen Tauchkurse. Während aktuell zwölf Teilnehmer in einem Jahr möglich sind, soll diese Zahl für die Zukunft verdoppelt werden. Die Nachfrage selbst liegt bei über vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Rossmann: „Mit der Verdoppelung der Kapazitäten kann hier aber schon ein sehr großer Schritt nach vorne getan werden.“ Außerdem soll die Biologische Anstalt auch weitere wissenschaftliche Aufgaben übernehmen, so die Koordinierungsstelle für das neueingerichtete Tauchfeld vor Helgoland werden, das in den nächsten Jahren als künstliche Tetrapoden-Ansiedelung entstehen soll. Dr. Philipp Fischer: „Wenn alles technologisch so gut läuft, wie es vorgeplant ist, ist hier eine Investition von bis zu 60 Millionen Euro in der langfristigen Planung vorgesehen. Mit einer Million soll jetzt begonnen werden, in einem ersten Tetrapodenfeld die telemetrische Erfassung so anzulegen, dass Wissenschaftler aus aller Welt auf diese Echtzeitdaten aus der Nordsee zugreifen können.“ Dabei geht es den Wissenschaftlern nicht nur um Untersuchungen zu Strömungsverhältnissen und Wellenmessungen etc., sondern auch um Fragen der Meeresfauna. Der Wissenschaftler von der Biologischen Anstalt machte den Forschungspolitiker Rossmann darauf aufmerksam, dass zwar überall Tetrapoden zur Absicherung von Stränden und Regulation von Strömungen in den Meeren eingesetzt würden, hierzu aber keine wissenschaftliche Begleitforschung existiert.
Positiv bewährt hat sich bei den geplanten Projekten die ausgesprochen enge Zusammenarbeit der nord-deutschen Meeresforschungsinstitutionen. So ist das Projekt eng verzahnt mit der GKSS, einem weiteren Großforschungszentrum der Meeres- und Gewässerfor-schung in Geesthacht. Rossmann: „Bei der Bedeutung der Meere, auch für die Zukunft der Welternährung, genauso wie des Welthandels sowie die wachsende Schifffahrt ist es ausgesprochen wichtig, die For-schungsleistung hier auf einem Zukunftsfähigen Niveau zu halten. Mit der Biologischen Anstalt Helgoland ist hier eine ganz große Unterstützungseinrichtung im Aufbau, die jetzt auch kräftig modernisiert wird.“ Insgesamt stehen für die nächsten Jahre mindestens acht Millionen für die Modernisierung der Biologischen Anstalt Helgoland zur Verfügung.


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