Fluglärm: Abgeordnete im Gespräch mit Hamburg
Verteilung der Flugbewegungen bleibt Thema
Die Bekämpfung des Fluglärms in der Region Quickborn/Hasloh/Norderstedt stand jetzt im Mittelpunkt eines Gesprächs von Kreis Pinneberger Politikern in der Hamburger Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung. Damit fand ein Gespräch die Fortsetzung, das die Abgeordneten von SPD und CDU im Sommer mit der Landesregierung in Kiel geführt hatten.
Auf Initiative des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann stellte sich jetzt auch der Hamburger Umwelt-Staatsrat Christian Maaß (GAL) in Vertretung von Senatorin Anja Hajduk gemeinsam mit dem Fluglärmschutzbeauftragten Hans-Heinrich Wendland auch der Diskussion über den Neun-Punkte-Plan der betroffenen Umlandgemeinden. „Als Abgeordnete von SPD und CDU aus der Region konnten wir dabei deutlich machen, dass die SPD und ihre Parlamentarier das Forderungspaket ohne Abstriche unterstützen“, berichtet Rossmann, der bei dem Termin von SPD-MdL Bernd Schröder, dem stellvertretenden Quickborner SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Radowitz und dem Büroleiter des verhinderten CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Ole Schröder begleitet wurde. „Entscheidende Stellschraube für eine Entlastung der nördlichen Flughafen-Nachbarn bleibt dabei eine Umverteilung der Belegung der einzelnen Landebahnen in Fuhlsbüttel.“ Radowitz wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass von einer Neuverteilung auch andere Hamburger Areale profitieren könnten, wenn die Richtung Alsterdorf gelegene Bahn mehr als die bisherigen anderthalb Prozent der Flugbewegungen übernehmen würde.
Ausgelotet wurden aber auch gemeinsame Interessen. So wurde vor allen Dingen die Frage erörtert, ob es möglich wäre, das Nachtflugverbot auszuweiten und abends bereits eine Stunde früher in Kraft zu setzen. Rossmann: „Ich kann mir dabei auch ein Modell vorstellen, bei dem mit Zuschlägen je nach Lautstärke und Verspätung wird.“
Massiv warben die Sozialdemokraten auch für Gespräche zwischen den Landesregierungen in Hamburg und Schleswig-Holstein, um einen gemeinsamen Index zur Bewertung der Lärmlast zu entwickeln. „Solange in Kiel anders gerechnet wird als in Hamburg, kommen wir bereits bei der Ermittlung der Lärmbelastung auf keinen gemeinsamen Nenner und das muss nun wirklich nicht sein“, fand Rossmann.
Weiteres Thema auf der Agenda des Treffens war die Elektromobilität. Rossmann erläuterte Maaß seine Idee, die Hamburger Modellregion auch auf den Kreis Pinneberg auszudehnen. „Über die PVG und ihre Buslinien oder die Stadtwerke im Kreis gäbe es da zahlreiche Möglichkeiten, das Potenzial der Region mit Nutzen für beide Seiten einzubringen“, warb Rossmann für das Konzept. Staatsrat Maaß zeigte großes Interesse und Aufgeschlossenheit für diese Anregung.
Zur Sprache kamen außerdem die Planungen für ein länderübergreifendes Konzept zur „Stauvermeidung durch Umstieg auf den Nahverkehr“. „Dieses SUN-Konzept ist ein hervorragendes Mittel, um Pendlern aus dem Hamburger Umland verbesserte Zugänge zum guten städtischen ÖPNV-Angebot zu schaffen“, erläuterte Bernd Schröder, der in Kiel Vorsitzender des Landtags-Verkehrsausschusses ist. Genutzt werden sollten dabei auch moderne Alltagstechnologien wie Handy und Navigationsgerät. Die Politiker einigten sich nach intensiver Diskussion darauf, auch in dieser Frage im Kontakt zu bleiben.







