"Kiel muss Bildungsintegration intensivieren!"
Rossmann (SPD) plädiert für Bund-Länder-Programm für kostenfreie Kitas
Eine Offensive des Landes beim qualitativen und quantitativen Ausbau der Angebote zur Kinderbetreuung hat der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann gefordert. Angesichts der ernüchternden Daten über den schleppenden Ausbau der Strukturen in Schleswig-Holstein sei eine schnelle und effektive Initiative Kiels erforderlich.
„Aktuelle Zahlen von Statistischem Bundesamt und Bertelsmann-Stiftung zeigen, dass Schleswig-Holstein wegen seiner vergleichsweise hohen Kita-Gebühren gemeinsam mit den anderen norddeutschen Ländern die schlechteste Betreuung bei Kindern bis zu drei Jahren hat. Und was besonders besorgniserregend ist: Nirgends besuchen so wenig Migrantenkinder die öffentlichen Einrichtungen.“
Für den Politiker ist deshalb die Kostenfreiheit des Kita-Besuchs die entscheidende Stellschraube. „Hier muss möglichst schnell etwas passieren, damit das öffentliche Angebot auch für bisher eher bildungsferne Schichten zu einer guten Alternative wird.“ Wenn bundesweit rund 84 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen aus Zuwandererfamilien eine Kita besuchten, in Schleswig-Holstein aber nur 60 Prozent, sei deutlich, dass schnelles Handeln geboten sei. „Die Jahre vor der Schule sind für Spracherwerb und soziale Integration unendlich wichtig. Hier geht es um rechtzeitige Weichenstellungen für das spätere Leben in Beruf und Gesellschaft“, ist Rossmann überzeugt. „Wir müssen unsere Gesellschaft auch an dieser Stelle weiter öffnen und Eltern und Kinder in unsere Mitte holen!“
Umso ärgerlicher sei in diesem Zusammenhang die von Schwarz-Gelb geplante Einführung des Betreuungsgeldes. Rossmann: „Zum einen müssen wir die Ressourcen, die wir haben, dringend in den Ausbau der öffentlichen Betreuung investieren. Zum anderen ist es einfach grundfalsch, finanzielle Anreize zu setzen, die dem Integrationsgedanken zuwider laufen.“
Aus Sicht des Sozialdemokraten ist ein gemeinsames Programm von Bund und Ländern für kostenfreien Kita-Besuch das Gebot der Stunde. „Statt Hotelketten zu subventionieren in Kinder investieren – das wäre die richtige Zielrichtung und würde sich für unsere Gesellschaft auch tatsächlich auszahlen“, ist der Politiker überzeugt.






