Holcim trotzt der Krise
Rossmann (SPD) besucht Baustoffhersteller Holcim
Ein „Global Player“ mit Standort im Kreis Steinburg: Weltweit gehören dem Unternehmen Holcim über 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, operiert wird in 70 Ländern – unter anderem im Zementwerk Lägerdorf. Grund genug für den SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann sich vor Ort über das Unternehmen und die Stimmung in der Wirtschaft zu informieren.
Gleich zu Beginn gab es eine gute Nachricht für den Politiker: Bisher ist das Unternehmen ganz gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. In Lägerdorf gab es keine Kündigungen und auch die Kurzarbeit spielte bisher keine große Rolle.
Besonders interessierte sich Rossmann für die Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote im Lägerdorfer Werk. 25 Lehrlinge finden dort ihren Einstieg in den Beruf. Ausgebildet wird in verschiedenen Berufen, neu hinzu kommt der Ausbildungszweig Maschinen- und Anlagenführer.
Rossmann: „Es freut mich besonders, dass Holcim mit drei Hauptschulen in der Umgebung kooperiert, um dort die richtigen Auszubildenden für das Unternehmen zu finden und damit Hauptschülern eine gute Perspektive bietet.“ Neben der Ausbildung setzt das Unternehmen auch in der Weiterbildung Akzente. „Da die meisten Mitarbeiter über viele Jahre bei uns beschäftigt sind und wir eine geringe Fluktuation im Unternehmen haben, ist dies unerlässlich, da sich die Produktionsprozesse laufend weiterentwickeln und verändern“, betonte der Vorstandsvorsitzende Leo Mittelholzer die Notwendigkeit der berufsbegleitenden Weiterbildung. Früher war die Weiterbildung im Rahmen eines „manufacturing workforce training“ für die Mitarbeiter des gesamten Werks verpflichtend. Mittlerweile erfolgen Weiterbildungsmaßnahen auf freiwilliger Basis, wobei das Unternehmen hierfür Anreize schafft. Diese sind offenbar für die Mitarbeiter ausreichend, so dass sich die Werksleitung mit der Anzahl der sich weiterbildenden Mitarbeiter zufrieden ist.
Rossmann regte an, dass die Geschäftsführer von Holcim mit den positiven Erfahrungen im Rahmen der Ausbildung und Weiterbildung der Mitarbeiter auch innerhalb der Unternehmensverbände werben und auch andere Unternehmen dafür gewinnen, neue Wege bei Aus- und Weiterbildung zu gehen. „Ich bin mir sicher, dass durch positive Beispiele wie Holcim andere Unternehmen zu mehr Engagement in Aus- und Weiterbildung motiviert werden können. Die betriebliche Weiterbildung ist ein ganz wichtiger Faktor, gerade auch für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, erklärte Rossmann.
Der Bundestagsabgeordnete konnte sich bei seinem Besuch auch davon überzeugen, dass das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen groß geschrieben wird. Das Unternehmen setzt für den Transport zunehmend auf die Schiene. Ebenfalls beeindruckend: In Lägerdorf werden während der Produktionsprozesse alte Rotorblätter von Windrädern zur Energiegewinnung genutzt. Dieses Verfahren wurde in einem Projektversuch getestet und hat sich bewährt. Damit wird eine nutzbringende Entsorgung der Rotorblätter ermöglicht, die sonst nur auf Deponien gelagert werden könnten.
Ernst Dieter Rossmann (5. v. l.) informierte sich im
Meinungsaustausch unter anderem mit dem
Vorstandsvorsitzenden Leo Mittelholzer (ganz rechts)
und Morten Holpert, Produktion und Technik,
Werksgruppe Lägerdorf (4. v.l.).






